Ein Vierteljahrhundert BENETEAU-Händler

Ein Vierteljahrhundert BENETEAU-Händler

BM-YACHTING feiert 25 Jahre Firmenjubiläum!

“Ist das zu fassen?!”, raunten viele der Gratulanten Thorsten Bergheim bei der herzlichen Umarmung über die Schultern: In diesem Monat feiern wir mit dem gesamten Team unseren Firmengeburtstag. Und ja – es ist kaum zu fassen, wie schnell dann doch wieder ein Vierteljahrhundert vorbeigehen kann! Wir gratulieren Thorsten Bergheim und allen bei BM-YACHTING zum Jubiläum und möchten Sie in diesem Artikel mit unserem kleinen Interview mit auf eine Reise nehmen: Lernen Sie Thorsten und unsere spannende Geschichte kennen, werfen Sie die Leinen los und kommen Sie mit ins Jahr 2001, was gar nicht so weit weg klingt, in Wahrheit aber doch schon ganz schön in der Vergangenheit liegt …

Ein Prost auf Sie, liebe BM YACHTING-Kunden!

Ein Prost auf Sie, liebe BM YACHTING-Kunden!

Es ist das Jahr nach dem großen, spannenden „Millenniums-Silvester“: Die Computer sind nicht geschmolzen und auch sonst ist die Erde noch intakt. 2001, das Jahr in dem die Riester-Rente eingeführt wurde, Rinderwahn in Europa und Terror-Anschläge in New York stattfinden und die D-Mark durch den Euro ersetzt wird. In den Hitparaden dudeln die No Angels mit „Daylight“ rauf und runter. Und in Flensburg machen sich zwei Segelfreunde selbständig, ein deutscher und dänischer: BM-YACHTING wird gegründet. Können Sie sich erinnern? Fühlt sich doch gar nicht mehr so „war doch gerade eben erst“ an, oder?

Der spannende Weg zum Yachthändler im Norden

Wer Thorsten Bergheim kennt, der weiß, dass er ein waschechter Norddeutscher ist: Anfangs eher distanziert wirkend, oft lieber in der zweiten Reihe stehend, ein Mann der leisen Töne. Als wir ihn fragen, wie er eigentlich Yachthändler geworden ist, sagt er: „Vieles im Leben ergibt sich oft. Irgendwann geht die Tür auf und man tritt ein.“, sagt er. Wie immer: Bescheiden. Norddeutsches Understatement. Thorsten macht als junger Mann eine Lehre und wird Schiffsmechaniker, studiert anschließend. Er wird diplomierter Wirtschafts-Ingenieur für Seeverkehr. Er fährt einige Jahre als Nautischer Offizier zur See, heuert später in der Rechtsabteilung bei einer Hamburger Reederei an: „Hier erlangte ich wertvolle Kenntnisse“, meint er. Welche „namhafte“ Reederei das war, verschweigt er lächelnd.

Mit dieser BENETEAU fängt damals alles an …“

Mit dieser BENETEAU fängt damals alles an …“

Thorsten ist schon immer auch leidenschaftlicher Segler gewesen. Und lernt während der Zeit in Hamburg den damaligen BENETEAU-Händler kennen, bei dem er 1997 auf der Hanseboot (erinnern Sie sich noch an diese Messe?) eine Beneteau 25 kauft. Dem frischgebackenen Bootseigner wird stehenden Fußes eine Anstellung als Bootsverkäufer angeboten, die er 1998 auch antrat. Bergheim zeigt Verkaufstalent und entwickelt neben jeder Menge Kundenabschlüssen auch seine eigene Position: Er wird Verkaufsleiter und koordiniert zum Schluss seine eigenen vier Mitarbeiter. Dennoch schließt das Unternehmen 2001 und wird abgewickelt. Profi Bergheim sagt: „Damals war die Idee, eine ganze Marina mit Bootswerft und Winterlager zu betreiben nicht tragfähig. Trotz großer Verkaufserfolge konnten wir das mit dem Yachthandel nicht ausgleichen.“

Das aller erste Büro der damals frisch gebackenen Firma

Das aller erste Büro der damals frisch gebackenen Firma

„Kurzum, so kamen wir im Frühjahr 2001 dazu, BM-YACHTING zu gründen“, sagt er uns etwas lächelnd.  Damals gehen Thorsten Bergheim und Partner Peter Mikkelsen zum Notar, um die Sache perfekt zu machen. Das dynamische, motivierte Team kümmerte sich sogleich darum, die „Trümmer“ der vorhergehenden Firmenpleite auszugleichen: Man sorgt dafür, dass die bestehenden Verträge erfüllt werden und alle Eigner ihre Yachten ausgeliefert bekommen, arbeitet dabei sehr eng mit der BENETEAU-Werft zusammen. „Das war uns ein Anliegen und Kaufmanns-Ehre!“, sagt Bergheim. „Und erst als alle Ex-Kunden ihre neuen Yacht erhalten hatten, konnten wir uns um neue Aufträge für das folgende Jahr kümmern.“ Und ab da nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

BM-YACHTING als deutsch-dänisch-französische Erfolgsgeschichte.

Thorsten Bergheim war schon immer Segler. Seine Liebe zum Wassersport beginnt, als er mit nur 6 Jahren anfängt, durch die diverse Jollenklassen zu marschieren. Wie so viele, startet der kleine Thorsten im Opti, geht über Laser, 470er und segelt viele Kielboote erfolgreich in unzähligen Regatten. Segeln, das kann man mit Fug und Recht behaupten, das steckt ihm im Blut. Auch wenn seine anfängliche nautische Karriere in der „echten“ Seefahrt anderes vermuten ließ, es war der Kauf seiner BENETEAU 25, der seinen Weg letztlich in den Bootshandel geführt hat. Und die Bekanntschaft mit Peter Mikkelsen.

Peter Mikkelsen und Thorsten Bergheim (beide Mitte) bei BENETEAU

Peter Mikkelsen und Thorsten Bergheim (beide Mitte) bei BENETEAU

Den lernt Thorsten beim Regatta-Segeln auf der Förde kennen und kauft später ein Boot von ihm. Der Däne hatte bereits vorher schon in einer dänischen Werft in der Auslieferung gearbeitet und auch in Abenrade Masten gebaut. Thorsten holt ihn bereits 1998 in dessen Verkaufsteam. Es ist die Gesundheit, die Peter 2025 zum Ausstieg und zur wohlverdienten Ruhe zwingt. Das deutsch-dänische Duo baut in der Zeit BENETEAU vor allem in Norddeutschland als ernstzunehmende Marke aus: Eine nicht immer einfache Aufgabe, wie Thorsten zugibt.

„Deutsche kauften nun mal lieber ihre Bavaria oder Hanse …“

… das ist tatsächlich eine der großen Hürden, denen sich das Team in der Anfangszeit stellen muss. Zwar sitzt Thorsten Bergheim mit BM-YACHTING in der Flensburger Förde mitten in einem der schönsten und meist-frequentierten Segelreviere der Ostsee und hat Zugang zu den Segel-Hotspots der Kieler Förde und Lübecker Bucht, mit der französischen Marke BENETEAU aber tun sich die deutschen Segler anfangs etwas schwer. Für ihn ganz normal: „Es ist doch klar, dass beim Bootskauf da eher erstmal die heimischen Marke auf dem Zettel stehen“, meint er – und arbeitet von Anfang an fleißig daran, uns Teutonen die französische Segel-Kultur näher zu bringen.

Wer erinnert sich noch an die Hanseboot?

Wer erinnert sich noch an die Hanseboot?

Thorsten, als versierter Yachtsegler tief in der Materie, hatte sich damals ja nicht umsonst für seine BENETEAU 25 entschieden. „Als ich dann bei dem ersten Yachthändler gearbeitet habe, waren es die Werftbesuche in Frankreich am Atlantik und auch das Level an Professionalität bei der Zusammenarbeit mit der Werft, das mich am meisten überzeugen konnte!“, sagt er. Schon damals sind Werftbesuche in der Vendée also beeindruckend. „Dort ging es ganz anders zu, als bei uns: Eine Vision, ein ganzes großes Team. Sie waren eben die Besten der Besten!“ Und Thorsten wollte ein Teil davon sein, seinen Anteil leisten! „Eine andere Marke war daher nie von Interesse.“, meint er trocken. Und wer ihn kennt, der weiß, dass er noch heute ein großer Fan von BENETEAU ist!

Bootshandel damals und heute: Gab es sie jemals, die „Goldene Zeit“?

Wir alle sind natürlich im Hier und Jetzt des Jahres 2026 mit seiner ganz eigenen Realität verankert. Oft hört man, gerade in unserer Bootsbranche, die „alten Hasen“ von der guten alten Zeit reden. Dass damals alles viel besser gewesen sei: Die Bootspreise so niedrig, die Messen noch viel besser besucht und die Verkäufe, die gingen wie „geschnitten Brot“. Aber stimmt das überhaupt? Was war Bootskauf damals und was ist Bootskauf heute? Was hat sich verändert, was ich gleich geblieben? Thorsten muss nicht lange nachdenken: „Die Anforderungen vom Kunden an das Produkt und damit auch an den Verkäufer sind in den vergangenen Jahren komplexer und umfangreicher geworden.“, sagt er. Digitalisierung, Appifizierung und auch die Demokratisierung des Segelns haben Branche, Produkt und die Freizeitbeschäftigung Segeln durchaus und grundlegend verändert, meint er.

Thorsten probiert auch heute noch jedes Segelboot selbst aus.

Thorsten probiert auch heute noch jedes Segelboot selbst aus.

Etwas kritisch sieht er es allemal: „Zugleich nimmt der Wissensstand der potentiellen Käufer immer weiter ab. Das Gute, dass immer mehr Leute ein Boot kaufen, hat eben auch eine Kehrseite. Wir müssen die Kunden heute deutlich mehr an das Hobby und den Sport heranführen.“ Sich nur auf den Bootsverkauf allein zu konzentrieren, das reicht heute lange nicht mehr, sagt er. „Die Eigner danken uns in der Regel für die behutsame Unterstützung.“ Die Zeiten mit „Verkäufen am laufenden Band“ hält er indes auch für romantische Verklärung: Yachten waren damals und sind es heute auch noch, Luxusprodukte. Nur die als normal angesehen Größen haben sich verändert: Damals galt eine 38-Fuß-Yacht als großes Boot, heute sind 40 Fuß eher Mittelfeld. „Grundsätzlich bliebt die Verlässigkeit für den Kunden essentiell. Damals wie heute muss man immer liefern, was man zugesagt hat! Das gilt heute wie damals.“, sagt der Kaufmann. Hanseat eben.

Schon damals auf Kurs: Der junge Thorsten und Peter nehmen bei BENETEAU einen Preis entgegen.

Schon damals auf Kurs: Der junge Thorsten und Peter nehmen bei BENETEAU einen Preis entgegen.

„Das ist zwar nicht immer der leichte Weg, dennoch zahlt es sich aus!“ Und das sehen wir beispielsweise beim Jubiläums-Fest im BM YACHTING-Zelt des ancora Yachtfestivals: Viele ehemalige und aktive Kunden sind der Einladung gefolgt. Auch jene der ersten Stunde. Thorsten sagt: „Wir haben viele Kunden, denen wir mittlerweile das vierte oder fünfte Boot verkauft haben.“ Und das, da ist er sich sicher, kommt nicht von ungefähr. 2004, bereits nur drei Jahre nach Firmengründung, wird BM-YACHTING von allen Händlern weltweit mit einem Preis für den besten After-Sales Service ausgezeichnet. Doch Thorsten bleibt bescheiden, wie gesagt, lautes Tönen ist seine Sache nicht. Als Voll-Profi setzt er auf ehrliches, organisches Wachstum. Wohlüberlegte Schritte: Erst 2010 erweitern die Segel-Profis ihr Angebots-Portfolio um BENETEAU-Motoryachten. Und erarbeiten sich wiederum eine große, treue Kundschaft.

BM-YACHTING heute: Ein junger, moderner Bootshändler von Format und Ruf

Das Team wächst, so auch die Räumlichkeiten. Aber immer kontrolliert, immer mit Augenmaß. „Wir versuchen bei jedem Geschäft durch die Brille des Kunden zu blicken, um alle seine Wünsche bestmöglich umzusetzen.“, meint er. Für ihn sind klare Absprachen die Basis. Dass diese dann auch eingehalten werden der einzige Weg, um einen zufriedenen Kunden zu haben. 2025 wird das beständige und erfolgreiche Wirtschaften wiederum belohnt: Das Verkaufsgebiet von BM-YACHTING, nun größter, Dienstältester und erfolgreichster BENETEAU-Partner wird bis weit nach Ost- und Westdeutschland ausgedehnt. BM-YACHTING konnte sich als nunmehr nur noch einer von zwei Händlern für die größte Werft der Welt durchsetzen, Kollegen und Angestellte übernehmen immer mehr Aufgaben – Kristof Kölling wird der Ansprechpartner für Außenborder-Motorboote, André Wittmann für die großen Motoryachten mit Inbord-Antrieb und Oliver Huber verstärkt das Team als Katamaran-Spezialist.

Eine unscheinbare Wand in unserem Party-Zelt, aber 25 Jahre Jahre tolle Marken und noch tollere Kunden!

Eine unscheinbare Wand in unserem Party-Zelt, aber 25 Jahre Jahre tolle Marken und noch tollere Kunden!

Denn neben den Segel- und Motoryachten von BENETEAU übernimmt die Firma nun auch den Vertrieb der EXCESS-Katamarane. Anfangs etwas belächelt, können wir auch hier große Erfolge zeigen. Denn obwohl die Ostsee im Speziellen und der deutsche Segler generell nicht gerade als Multihull-Spezialisten bekannt sind, verkauft BM-YACHTING in nur zwei Jahren allein in unser kleines Binnenmeer Ostsee sechs große Fahrten-Kats! Ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte. Wir fragen Thorsten, wie viele BM-Yachten denn nun eigentlich insgesamt auf den Weltmeeren segeln. Lange muss der studierte Wirtschaftsingenieur nicht nachdenken: „Wir haben bisher knapp 600 Yachten ausgeliefert.“ Und diese Zahl kann man einfach mal so stehen lassen, finden wir.

Auf unser aller Gesundheit & Spaß am Segeln!

Auf unser aller Gesundheit & Spaß am Segeln!

Für die Zukunft wünscht sich Thorsten Bergheim weiterhin gute und rentable Geschäfte. Dass BM-YACHTING und seine Kunden, und vor allem das Team von Angestellten, gut durch die momentane Flaute im Bootshandel kommen, davon ist er überzeugt: Es gab schon so manch´ anderen Sturm in den vergangenen 25 Jahren: „Die Jahre 2008 und 2009 waren hart, was viele heute schon vergessen haben“, meint er. Thorsten wünscht sich, dass er später das Geschäft an einen jungen Nachfolger wird übergeben können. Denn eines, dessen ist er sich ganz sicher – und jetzt muss auch er endlich mal grinsen: „Weitere 25 Jahre als Geschäftsführer habe ich nicht geplant.“

Wir bedanken uns herzlich bei allen Gratulanten, bei allen bisherigen und aktuellen Kunden, für Ihr Vertrauen in unsere Produkte und in BM-YACHTING! Wir hoffen, dass Sie auch weiterhin unvergessliche Zeiten mit Ihren Lieben auf den Booten und Yachten unserer Werften haben werden.