Wie nachhaltig sind Segelboote wirklich?

Wie nachhaltig sind Segelboote wirklich?

Anlässlich der hohen Spritpreise: Reden wir Tacheles!

“Wie nachhaltig sind Segelboote eigentlich wirklich?” Das ist eine Frage, die uns immer wieder in Beratungsgesprächen gestellt wird. Es sind vor allem die Kinder von potentiellen Eignern und Kunden, die mit einem besonders geschärftem Blick an das Thema „Bootskauf“ gehen. Wir finden das super – und haben die gleiche Frage unserer Werft BENETEAU gestellt. Die Antworten könnten tatsächlich ein ganzes Buch füllen – wir versuchen das aber trotzdem einmal, in einem Blog-Artikel anzuschneiden. Fangen wir mal ganz einfach an: Ein Segelboot, wenn wirklich viel gesegelt, kommt mit 2, vielleicht 3 Tankfüllungen pro Saison aus. Den Rest? Erledigt der Wind. Das ist schonmal super nachhaltig, jedenfalls ist die Bilanz besser, als beim Motorboot …

Segler sind an sich immer umweltbewusst.

Segler sind an sich immer umweltbewusst.

Aber so einfach ist das natürlich nicht. Es soll hier auch nicht um „Segler vs. Motorboot-Fahrer“ gehen, das wäre Quatsch. Nun ist das Thema aber in aller Munde – gerade wegen der aktuell so hohen Spritpreise, und das ist auch gut so! Denn wer, wenn nicht wir Wassersportler, Segler und Motorbootfahrer, hat ein größeres Interesse daran, die schöne Natur in der wir uns bewegen, zu erhalten?! Es macht vor allem für uns Seeleute keinen Sinn, rücksichtslos mit den Habitaten umzugehen, die wir alle so lieben: Unsere Ostsee, die faszinierende Nordsee oder das kristallklare Mittelmeer. Ergo ist natürlich auch eine Werft wie BENETEAU bestrebt, Produkte zu anzubieten, die einen möglichst geringen Fußabdruck verursachen: Und das sowohl bei der Produktion, wie auch bei der Nutzung der Wasserfahrzeuge.

GfK-Yachtbau und Umweltschutz: Geht das überhaupt zusammen?

Nun, grundsätzlich ist immer alles, was Menschen tun, mit der Umwandlung von Ressourcen verbunden. Energie wird verbraucht, Abfälle entstehen. Ein „Netto-Zero“-Leben gibt es leider nicht, die Physik auszuheben ist unmöglich. Aber, man kann natürlich durch die Steigerung von Effizienz oder die Nutzung neuer Technologien oder Materialien den Impact senken. Die GROUPE BENETEAU ist in diesem Bereich tatsächlich Vorreiter, und das seit vielen Jahren! Als weltgrößte Werft für Freizeitboote verfügt das Unternehmen über die notwendigen Mittel, nicht nur großangelegte Forschungs-Programme zu starten, sondern diese dann auch in die normale Serienproduktion zu überführen. Sie möchten Beispiele?

Schon heute selbstverständliche Realität: Flachs-Fasern anstelle Glasfieber

Schon heute selbstverständliche Realität: Flachs-Fasern anstelle Glasfieber

Bereits ganz normale Realität ist die Nutzung von Naturfasern anstelle von Erdöl-basierten Produkten bei der Herstellung von nicht-strukturellen und nicht-belasteten GfK-Teilen. Und das für allem Boote quer durch die Produktpalette. Hier finden sich beispielsweise Flash-Fasern, die das Unternehmen direkt von Bauern aus Frankreich – also regional! – bezieht. Es besteht durchaus die Chance, dass in den Deckeln Ihrer Backskisten eine Menge Hanf oder Flachs anstelle von Glasfieber enthalten sind!

In machen Teilen stecken sogar Bio-Harze, also komplett Erdöl-frei!

In machen Teilen stecken sogar Bio-Harze, also komplett Erdöl-frei!

„Das ist ja eher nicht so beeindruckend!“, denken Sie jetzt vielleicht? Aber Achtung: Bereits 2022 (von diesem Jahr sind die aktuellen Zahlen), wurden so 33.000 Einzelteile bei BENETEAU allein laminiert. Das ist gewichtsmäßig so viel, wie etwa 200 ganze Yachten! 200 Yachten, die nun nicht mehr mit Material gebaut werden müssen, für das das wertvolle (und sehr teure!) Erdöl gebraucht wird. Wir finden, dass das eine ganz schon beeindruckende Zahl ist, mehr noch, eine beeindruckende Leistung. Denn die Werft hat diese Hanf-Laminate ganz selbstverständlich in die Serienproduktion einfließen lassen. Für uns also Normalität.

„Tesla-Effekte“ beim Elium-Harz

Sie haben sicher schon einmal vom Elium-Harz gehört: Dieser von der französischen Arkema-Gruppe entwickelte Klebstoff kann als Ersatz für herkömmliche Harze bei der Produktion von GfK-Teilen verwendet werden. Bisher werden alle „Plastik-Yachten“ entweder mit Polyester, Vinylester oder in Epoxid-Harz gebaut. Das Harz ist das „K“ in „GfK“ – die losen Fasern und Fasermatten werden erst durch das Harz miteinander verbunden. Beim Aushärten nach dem Laminieren entsteht so eine sehr feste, extrem belastbare, robuste und haltbare „Platte“, die dann Rumpf und Deck unserer Yachten ausmacht. Soweit, so gut.

Verlegen von Hartschaumplatten für ein Sandwich-Laminat eines EXCESS-Kats

Verlegen von Hartschaumplatten für ein Sandwich-Laminat eines EXCESS-Kats

Glasfaser-Kunststoff ist ein tolles Material, das erst den massenhaften Serienbau von Booten (und von vielen anderen Produkten) möglich gemacht hat. Insofern haben wir alle die „Demokratisierung“ des Segel- und Wassersportes zum großen Teil der Entdeckung dieses Materials zu verdanken. Aber: Das – wirklich extrem große! – Problem bei klassischem GfK ist, dass es bis heute keine Möglichkeiten gibt, es zu recyclen. Tatsächlich werden fast alle alten, ausrangierten Yachten geschreddert und als normaler Gewerbeabfall in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Es gibt – einige wenige – „Downcycling“-Anlagen in Deutschland, in denen man wenigstens Straßenbelag aus den alten Schiffen machen kann. Aber auch hier geht das wertvolle, aus Erdölprodukten bestehende, GfK im Prinzip verloren. Es wird nicht re-cycled, sondern down-gecycled um es noch einmal zu verwenden. Allerdings: Es gibt eine Lösung!

Sieht aus wie GfK, riecht wie GfK und verhält sich wie GfK: BENETEAU setzt auf recyclingfähiges Elium-Harz!

Sieht aus wie GfK, riecht wie GfK und verhält sich wie GfK: BENETEAU setzt auf recyclingfähiges Elium-Harz!

Bereits 2021 stellen der französische Chemie-Konzern und Komposit-Spezialist Arkema zusammen mit der Beneteau-Gruppe das erste voll recyclingfähige Segelboot der Welt aus GfK vor: Es ist eine FIRST 44, später kommt noch die OCEANIS YACHT 60 hinzu. Ein Jahr später startet unsere Schwestermarke Jeanneau mit der SunFast 30 OD in die Serienproduktion: Rumpf und Deck sind ebenfalls aus Elium-Harz gefertigt. Was ist daran nun so revolutionär? Ein mit Elium gebautes Boot kann, wenn es sein hoffentlich langes und reiches Leben als Urlaubsyacht oder Rennboot beendet hat, komplett wiederverwendet werden! Dabei werden die Plastik-Schredder von Rumpf und Deck auf eine bestimmte Weise thermisch und mit Druck so behandelt, dass sich Faser und Harz sauber trennen. Am Ende hat man also wieder „frische“ Glasfasern und auch das reine Harz: Beides kann für neue Boote verwendet werden!

Komplett in Elium gefertigt: Jeanneau´s SunFast 30 OD und unsere BENETEAU Oceanis Yacht 60.

Komplett in Elium gefertigt: Jeanneau´s SunFast 30 OD und unsere BENETEAU Oceanis Yacht 60.

Allerdings kommt auch hier wieder das Problem: Noch ist dieses Harz sehr teuer. Ein mit Elium gebauter Rumpf kostet etwa 20-30% mehr, als ein Polyester-Rumpf. Hier zeigt der Markt eindeutig, dass – vor allem angesichts der durch verschiedene Faktoren sowieso schon stark gestiegenen Bootspreise – „normale“ Segler nicht bereit sind, diesen Mehrpreis zu zahlen. BENETEAU setzt daher auf den „Tesla-Effekt“: Denn erinnern Sie sich, diese Autos waren bei ihrer Einführung ebenfalls extrem teuer, nur etwas für die sogenannten „Early Adopter“ und Trendsetter. Aber: Diese Menschen haben durch ihren Kauf die Stückzahlen in der Produktion so angehoben, dass man mehr einkaufen konnte, was mittelfristig den Preis gesenkt hat. Bei BENETEAU funktioniert das genauso: Die OCEANIS YACHT 60 – unser wunderschönes Flaggschiff – ist quasi unser Tesla und daher nur als Elium-Rumpf verfügbar. Im Gesamtpreis dieser Luxusyacht fällt der Mehrpreis für das Elium-Harz tatsächlich kaum ins Gewicht.

Der Kreislauf ist endlich geschlossen: Dank Elium-Harz!

Der Kreislauf ist endlich geschlossen: Dank Elium-Harz!

Wir sind uns sicher, dass mit der Zeit noch mehr Boote, und dann auch die kleineren, mit diesem neuen Werkstoff gebaut werden! Das wäre dann ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Bei Jeanneau ist die SunFast 30 OD ebenfalls nur als Elium-Boot erhältlich. Die Idee ist clever: Eingefleischte Racing-Segler geben sowieso mehr Geld für Ihr Material aus, auch hier fällt der Mehrpreis im Gesamt-Budget kaum ins Gewicht. Gleichzeitig wird eine Rennyacht weitaus mehr belastet und öfter an die Belastungsgrenze getrieben, als eine Fahrtenyacht oder ein Urlaubsboot: Besser kann man das Ganze also nicht Langzeit-testen lassen! Sie finden die Elium-Thematik interessant? Wir können Ihnen im Gespräch – oder bei einer Werftführung – viel mehr hierzu erzählen, kontaktieren Sie uns gern!

Müllvermeidung beim modernen Bootsbau, ein Riesen-Thema!

Wie jeder Industriebetrieb in der Europäischen Union ist auch die Werft BENETEAU gesetzlich dazu verpflichtet, bis 2030 einen Großteil seiner Schadstoff-Emissionen entweder ganz oder zu einem großen Teil einzusparen. Ein großer Posten in diesen Auflagen ist die Reduktion von Abfall und Müll. Tatsächlich ist auch dies im Bootsbau ein Problem: Jedes GfK-Teil, das laminiert wird, erzeugt Verschnitt, wenn man die Ränder sauber absägt. Das können je nach Bauteil bis zu 10% des eingesetzten Materials sein. Oder: Beim modernen Verfahren der Vakuum-Infusion oder Vakuum-Injektion entsteht ebenfalls eine Menge Müll.

Fortschrittlich, dennoch mit viel Müll verbunden: Vakuum-Infusion

Fortschrittlich, dennoch mit viel Müll verbunden: Vakuum-Infusion

Das Vakuum-Verfahren spart zunächst eine Menge Material gegenüber der klassischen Hand-Lamination ein. Ganze 30 bis 50% weniger Material sind notwendig! Die so angefertigten Bauteile sind bis zu 50% leichter, oftmals genauso stabil oder stabiler als die handlaminierten Gegenparts. Auch Ihre BENETAU ist sicher zu mehr oder weniger großen Teilen mit diesem Verfahren hergestellt worden. Dennoch gibt es auch Nachteile: Das Vakuum-Verfahren verbraucht eine Menge Energie (zum Herstellen des Vakuums und der richtigen Umgebungs-Temperatur in der Werfthalle), und am Ende bleibt eine Menge Müll zurück: Die Folie, mit der die Laminationsformen abgedichtet werden müssen um darunter das Vakuum herzustellen, ist „single use“. Also Wegwerf-Plastik. Bis jetzt …

Bei Kleinteilen schon Realität: Vakuum-Infusion mit wiederverwendbaren Silikon-Formen

Bei Kleinteilen schon Realität: Vakuum-Infusion mit wiederverwendbaren Silikon-Formen

Bei BENETEAU laufen schon seit einigen Jahren Tests im echten Serienbetrieb, bei denen man anstelle der Einmal-Folien fast unendlich wiederverwendbare Silikon-Abdeckungen benutzt. Diese sind Ihren Backformen von daheim gar nicht unähnlich! Sie sind extrem hitzebeständig, widerstandsfähig, robust und sehr dehnbar. Schon heute fertigt die Werft jede Menge Kleinteile im Vakuum-Verfahren mit diesen Silikon-Abdeckungen und spart so jede Menge Plastikmüll (und Kosten!) ein. Auch hier geht es im Langzeitbetrieb darum, die Größe dieser Formen schrittweise zu erhöhen, sodass man später bei ganzen Rümpfen und Decks ankommt: Dann wäre bei knapp 2.000 Yachten pro Jahr, die allein bei BENETEAU gefertigt werden, der Effekt immens!

Das leidige Thema Transport-Folie …

Die neue Saison ist angelaufen und wir bekommen nun wieder verstärkt Ihre neuen Yachten angeliefert. Wie hier, eine neue OCEANIS 30.1. Damit die nagelneuen, schicken Rümpfe auf ihrem langen Transport aus der Werft nicht durch Baum-Äste am Straßenrand oder Steinschlag von unten beschädigt werden, sind diese in eine dicke Plastik-Folie eingeschweißt. Diese Folie hält wirksam auch grobe Beschädigungen von dem Neuboot fern – es macht also durchaus Sinn, das Boot einzupacken. Allerdings: Diese Folie ist ebenfalls „single use“ und kann nur ein einziges Mal verwendet werden.

Ihre neue Yacht wird unterwegs gut von der Transportfolie geschützt  ...

Ihre neue Yacht wird unterwegs gut von der Transportfolie geschützt …

Nach dem Auspacken der Yacht, je nach Bootsgröße, füllt allein die Transportfolie den Laderaum eines großen Sprinters, oder zwei große Mülltonnen! Zwar trennen wir bei BM-Yachting natürlich und hoffen, dass die Folie irgendwie recycled wird, aber wer weiß das schon so genau? Gibt es da keine Alternativen? Nun, ja-ein. Manche Werften und Marken bieten den Bootskäufern die Wahl, ob das Boot eingeschweißt werden soll oder nicht. Dann kann man selbst entscheiden. Allerdings: Wenn sich dann eine ausladende Akazie im Gelcoat verewigt hat, sind auch die leidenschaftlichsten Umweltschützer-Skipper eher minderbegeistert. Die Luxus-Marke Hallberg-Rassy hat maßgefertigte Transport-Persenninge, die oft wiederverwendet werden können. Dieses System ist sinnvoll, würde aber die Transportkosten für Sie bei einer Werft mit hunderten Yachten maßgeblich erhöhen. Keine Chance im Massengeschäft. Was also tun?

Aufgabe: Wie kann man „single-use“ Plastik vermeiden?

Aufgabe: Wie kann man „single-use“ Plastik vermeiden?

Wir empfehlen unseren Kunden, Yachten die von der Werft am Atlantik zu uns an die Ostsee kommen, einzuschweißen. Das Risiko ist zu groß. Allerdings empfehlen wir dann auch, Ihr neues Boot gleich hier am Atlantik zu übernehmen: Das hat nur Vorteile! Sie sparen die Transportkosten auf dem Schwer- und Sondertransport, den ganzen Sprit, der hier verbrannt werden würde und natürlich die Folie (denn für die knapp 30 km nach Les Sables werden die Boote nicht extra eingeschweißt). Dafür bekommen Sie einen wunderbaren Segeltörn durch die Biscaya (die gart nicht so schlimm ist, wie immer behauptet!) nach Süden oder durch den spannenden Englischen Kanal, wenn es nach Norden geht. Und zur Info: Auch hier forscht BENETEAU, wie man das Transportfolien-Problem lösen kann. Man möchte aber eine massentaugliche, bezahlbare (!), sichere und realistische Lösung bieten, kein Greenwashing. Da müssen wir also noch um etwas Geduld bitten.

Sind Elektro- oder Hybrid-Yachten die Lösung?

Zum Thema „E-Mobilität auf dem Wasser“ könnten wir einen oder mehrere eigene Artikel machen. Selbstverständlich bietet BENETEAU bei der OCEANIS-Range die Yachten von 30 bis 37 Fuß als reine Elektro-Boote an. Dann mit Torqeedo-Ausstattung und großen Solar-Anlagen. Die Schwestermarke Delphia ist beispielsweise Vorreiterin beim Bau und Betrieb von Elektro-Motorbooten für den Inshore-Bereich, und das recht erfolgreich! Aber hier ist es auch schon, das wichtige Wörtchen: „Inshore“. Denn noch ist diese Technologie aus vielen Gründen eher für die Verwendung in Binnen-Revieren geeignet. Für den Einsatz offshore, selbst schon hier bei uns in der Ostsee, ist es aus unserer Sicht noch zu früh, auch wenn die OCEANIS 37.1e mit der CE-Kategorie B (also offshore) zertifiziert ist.

Der „Maschinenraum“ der FIRST 44e – kein Diesel mehr, sondern Torqeedo

Der „Maschinenraum“ der FIRST 44e – kein Diesel mehr, sondern Torqeedo

Wenn Sie ein Boot für den strikten Binnen-Einsatz suchen, etwa eine kleine FIRST 24 SE oder sogar die FIRST 30, dann bieten wir schon jetzt tolle, praktikable und vor allem bezahlbare Elektro-Lösungen an! Diese haben sich bei vielen Eignern im Segler-Alltag bewährt, sind sicher und einfach zu betreiben und bieten alle Vorzüge, welche die saubere, abgasfreie und leise Elektro-Zukunft verspricht. Einbußen bei der Betriebsdauer und vor allem der Reichweite sind auf einem großen See (Brombachsee, Talsperren oder Flüssen) oder im strikten (!) Küsten-Bereich kaum zu spüren, weshalb das hier durchaus sinnvoll ist.

E-Antriebe machen vor allem auf unseren kleinen FIRST-Booten total Sinn.

E-Antriebe machen vor allem auf unseren kleinen FIRST-Booten total Sinn.

BENETEAU testet in vielen Projekten den Bau von Hybrid-Yachten, hier dann auf Schiffen jenseits der 40 Fuß. So gibt es eine FIRST 44 mit Duo-Pod-Antrieben, einen großen EXCESS-Katamaran mit Torqeedo-Antrieben und BMW-Batterien und vieles mehr. Ob es so sinnvoll ist, die Haupt-Diesel durch E-Motoren zu ersetzen, um die Batterien dann mit einem Diesel-Generator zu laden, bleibt offen. Wir sind uns aber sicher, dass der ganz große technologische Fortschritt eher bei den Elektro-Motoren kommen wird, nicht bei den Verbrennern. Allerdings wissen wir auch, dass bisher – und sicher auf mittelfristig lange Zeit – kein Antriebssystem so sicher, verlässlich, ausdauernd und sparsam ist, wie der gute alte – aber moderne – Diesel-Motor. Hier bleibt es also spannend!

Diesel oder Elektro? Noch hat offshore der Diesel die Nase vorn. Noch.

Diesel oder Elektro? Noch hat offshore der Diesel die Nase vorn. Noch.

Eines ist aber auch klar: Immer mehr setzt auch BENETEAU auf den Ausbau der Solar-Kapazitäten an Bord. Über moderne Paneele, intelligente Ladetechnik und fortschrittliche LiFePo-Batterien kann zumindest die Erhaltungsladung völlig autark erfolgen. Hier erwarten wir noch mehr Fortschritte in den kommenden Jahren. Wir freuen uns darüber, dass Sie – also unsere Kunden und Bootseigner – selbst immer aktiver nach solchen Lösungen und Installationen fragen. Dies ist ein Beweis dafür, dass Umweltschutz, Ressourcenschonung und das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit nicht nur Themen für Sie sind, sondern Sie hier durchaus auch bereit sind, zu investieren. Denn letztlich bestimmt immer nur die Nachfrage, was das Angebot beinhaltet. Was nicht gekauft wird, wird nicht (mehr) angeboten.

Es ist ein sehr komplexes System …

… welches ganz sicher nicht mit dem einen, ganz großen Wurf zu lösen sein wird. BENETEAU setzt anstelle der Mega-Projekte auf kleine, dafür aber realistische Schritte. Denn wenn der größte Yachtbauer der Welte diese dann auf die gesamte Produktion von tausenden Yachten hochskaliert, entstehen riesige Effekte! Sicher, so ein Backskistendeckel aus Hanf wird es nie in die Tagesschau schaffen, aber darum geht es der Werft auch nicht. Es geht darum, den (teuren) Umweltschutz weiterhin mit für alle Menschen bezahlbaren Produkten verbinden zu können. Denn es können ja nun einmal leider nicht alle Tesla fahren.

Produkte mit einem guten Gewissen kaufen: BENETEAU!

Produkte mit einem guten Gewissen kaufen: BENETEAU!

Zudem laufen – ebenfalls per Gesetz verpflichtend – Programme mit dem Ziel der Regionalisierung und Lokalisierung von Produktionsprozessen, der Optimierung von Lieferketten und auch wichtige soziale Programme, wie Gleichstellung und Förderung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Ein Segel- oder Motorboot ist zu fast 100% in Handarbeit gefertigt: Bei der Beneteau Gruppe sind fast 6.500 Menschen beschäftigt. Das Thema ist sehr komplex und mit vielen Produktions-Bereichen eng verwoben, die erstmal eher weniger mit Umwelt und Nachhaltigkeit zu tun haben.

Wir möchten Sie einladen, etwas bei einem Werftbesuch in Frankreich, mit einem der Werft-Profis für diesen Bereich zu sprechen: Hier erfahren Sie dann aus erster Hand und weitaus detaillierter, was BENETEAU schon heute leistet und was die Zukunft bringen wird. Denn eines ist sicher: Anstelle grüner Siegel und Jubel-Headlines, setzt unsere Werft auf echte, greifbare Ideen, die sich möglichst schnell in allen – auch Ihrem – Booten wiederfinden!